Politik

Philippinen rufen Verteidigungsattaché aus Peking zurück

Die Philippinen haben ihren Verteidigungsattaché in Peking zurückgerufen. Militärische Quellen bestätigten, dass der Attaché und sein Team letzte Woche in Manila ankamen. Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr. bestätigte am Dienstag, den 7. Juli, dass der Verteidigungs- und Militärattaché (DAFA) sowie sein Team für Beratungen nach Manila zurückgerufen wurden.

Philippine traditional village
Symbolbild: Envato

Teodoro erklärte, dass dies Teil eines Prozesses zur Neuausrichtung der Posten unter einem neuen Engagement-Rahmen des Verteidigungsministeriums sei. Der Schritt erfolgte Wochen nach den Sanktionen, die Peking gegen Teodoro und seine Familie verhängt hatte. Diese Sanktionen verbieten ihm und seiner Familie die Einreise nach Festlandchina, Hongkong und Macau. Zudem dürfen Menschen in China keine Geschäfte mit den Teodoros machen.

Navy Captain Arnold Fortin wurde 2024 als Verteidigungsattaché nach Peking entsandt. Im Dezember 2024 stellte der philippinische Botschafter in China, Jaime FlorCruz, Fortin und seinen Polizeikollegen dem Sicherheitssektor in Peking vor. Verteidigungsattachés sind Militärangehörige, die in den diplomatischen Vertretungen der Philippinen weltweit eingesetzt werden. Sie berichten zwar dem Botschafter oder dem Leiter der Vertretung, bleiben aber Personal des Militärs und des Verteidigungsministeriums.

Eine Pressemitteilung der philippinischen Marine aus dem Juli 2024 betonte, dass DAFAs wichtige Verbindungen für die Zusammenarbeit in strategischen Verteidigungsfragen sind. Sie tragen erheblich zur Mission der Streitkräfte der Philippinen bei, die Beziehungen zu stärken und die Verteidigungskooperation mit anderen Ländern zu verbessern. Teodoro nannte die Notwendigkeit, neue Posten zu schaffen und bestehende zu verstärken. Einige Posten haben nur einen oder zwei Attachés. Zudem werde überprüft, wo keine Attachés benötigt werden.

Teodoro ist einer der lautstärksten Kritiker Pekings in der philippinischen Regierung, insbesondere wegen Chinas Vorgehensweise auf See und an Land. Er kritisierte Chinas mangelnden Respekt vor der territorialen Integrität der Philippinen sowie dessen Einmischungsversuche, von Spionage bis zur Industrie. Präsident Ferdinand Marcos Jr. hatte zuvor erklärt, dass die Sanktionen Pekings kontraproduktiv seien, da sie die Spannungen erhöhen statt verringern.

Teodoro betonte, dass kontrollierte Kommunikation mit China notwendig sei. Verhandlungen und andere Aktivitäten seien jedoch wegen des mangelnden guten Willens und des Respekts für die territoriale Integrität der Philippinen nicht möglich. Verteidigungsattachés können auch zu Kontroversen führen. Im Jahr 2024 untersuchte der Senat einen angeblichen Telefonanruf zwischen Chinas damaligem Verteidigungsattaché in Manila, Senior Colonel Li Jianzhong, und dem damaligen Chef des Western Command, Alberto Carlos. Peking drohte im Mai 2024, den Anruf zu veröffentlichen, und behauptete, er sei der Beweis für eine angebliche Vereinbarung über das Ayungin-Riff im Westphilippinischen Meer.

Quellen