Sicherheit

Philippinen: Mehrere Vorfälle von Schulgewalt nach Schusswaffenangriff in Tacloban

Die Vorstellung, dass Schulen sichere Orte für das Lernen und die Charakterentwicklung sind, wurde durch den tödlichen Schusswaffenangriff an einer Schule in Tacloban im vergangenen Monat erschüttert.

Image depicts a tranquil courtyard of Lazi Convent in Siquijor, Philippines
Symbolbild: Envato

Zwei Wochen nach dem Vorfall wurden 12 weitere Vorfälle von Schulgewalt gemeldet. Diese Vorfälle umfassen Bombendrohungen, Messerangriffe, Unruhen und das Auffinden von Schusswaffen und Munition. Die Behörden gehen davon aus, dass es noch mehr ungemeldete Vorfälle gibt.

Das Department of Education (DepEd) bestätigte, dass ähnliche Vorfälle bereits vor dem Schusswaffenangriff in Tacloban aufgetreten sind. Diese Vorfälle sind seitdem häufiger geworden, mit dem Risiko von Nachahmungstaten.

Die Täter gaben an, dass sie gemobbt wurden. Der Vorfall hätte nicht zu einer Schießerei führen müssen, wenn die Schule und die Gemeinschaft rechtzeitig eingegriffen hätten. Weitere Faktoren wie familiäre Dynamiken, gewalttätige Computerspiele und der Zugang zu Schusswaffen spielten ebenfalls eine Rolle.

Die Psychological Association of the Philippines nannte bei einer Senatsanhörung mehrere Faktoren, die Schulgewalt beeinflussen. Dazu gehören individuelle Entwicklung, Familie, Einfluss von Freunden und Gleichaltrigen, Schule, Gemeinschaft, digitale Technologie und Kultur.

Die Regierung will das Problem des Mobbing angehen, indem sie mehr Schulberater einstellt. Das Verhältnis von Beratern zu Schülern in den Philippinen liegt bei 1:14.000, während der globale Standard 1:250 beträgt. Es mangelt jedoch an Fachkräften mit der entsprechenden Ausbildung.

Die Civil Service Commission hat neue Qualifikationsstandards genehmigt. Diese erlauben es Absolventen mit Abschlüssen in Psychologie, Verhaltenswissenschaft oder Beratung, als Beraterassistenten zu arbeiten. Diese Position erfordert keine Lizenz der Professional Regulation Commission, aber 200 Stunden relevante Schulung.

Das DepEd hat für dieses Jahr einen Etat von 2 Milliarden Pesos für 10.000 Beraterassistenten-Stellen bereitgestellt. Diese Stellen sollen schnell besetzt werden, um ähnliche Vorfälle zu verhindern und die psychische Belastung der Schüler zu mindern.

Senator Bam Aquino schlägt ein School Safety Act vor. Dieses Gesetz soll einen umfassenden Ansatz zur Verhinderung von Schulgewalt institutionalisieren. Es soll die Campus-Sicherheit stärken, Notfallprotokolle einführen, den Zugang zu psychischer Unterstützung verbessern und die Koordination zwischen Schulen, lokalen Regierungen, Sicherheitsbehörden, Eltern und Gemeinschaften fördern.

Aquino betonte, dass die Sicherheit an Schulen eine gemeinsame Verantwortung von Eltern, Gemeinschaft und Institutionen ist. Das Department of the Interior and Local Government hat Städte und Gemeinden angewiesen, sicherere Schulzonen zu schaffen. Dazu sollen Dorfwächter eingesetzt werden, die jedoch nur bei Bedarf das Schulgelände betreten dürfen.

Das DepEd plant, „active shooter“-Übungen durchzuführen. Diese Übungen sollen Schülern und Lehrkräften helfen, sich auf solche Situationen vorzubereiten. Die Übungen sollen am vergangenen Freitag starten.

Quellen