Philippinen: Bis 2075 könnten 117 Millionen Tonnen Abfall aus erneuerbaren Energien entstehen
Bis zum Jahr 2075 könnten die Philippinen bis zu 117 Millionen Tonnen Abfall aus erneuerbaren Energien anfallen lassen. Dies geht aus einer ersten Material Flow Analysis (MFA) des Energiesektors hervor.
Die vorläufige Studie mit dem Titel „The Future Renewable Energy Waste in the Philippines“ wurde von der Responsible Energy Initiative (REI) Philippines während der PhilEnergy 2026 vorgestellt. Die Analyse schätzt den kumulativen Abfall aus Solarmodulen, Windturbinen und Batteriespeichersystemen auf 86 Millionen bis 117 Millionen Tonnen bis 2075.
Bis 2050 wird der kumulative Abfall aus erneuerbaren Energien voraussichtlich 28 Millionen bis 35,5 Millionen Tonnen erreichen. Drei Viertel dieses Volumens sollen in den letzten 15 Jahren vor 2050 entstehen. Die jährlichen Abfallströme könnten bis 2075 zwischen 3,3 Millionen und 5,8 Millionen Tonnen liegen.
Die Studie wurde von Dr. Joey Ocon präsentiert, dem Leiter des Workstream für Circular RE Futures bei REI Philippines und Mitbegründer des Center for Energy Research and Policy (CERP). Laut REI Philippines sind die Prognosen vorläufig und bleiben vorläufige MFA-Schätzungen, bis die vollständige Weißbuchveröffentlichung im zweiten Halbjahr 2026 erfolgt.
Die Studie betont, dass die Philippinen noch Zeit haben, um Richtlinien und Systeme zur Verwaltung von Abfällen aus erneuerbaren Energien zu etablieren, bevor große Mengen an ausgedientem Gerät anfallen. „Ein wirklich sauberer Energiewandel ist nicht nur darum, was wir aufbauen. Es ist auch darum, was wir nicht zurücklassen wollen. Die Philippinen sind noch im Designfenster, nicht im Krisenfenster“, so Ocon.
REI Philippines weist darauf hin, dass heute installierte Solarmodule voraussichtlich zwischen 2050 und 2055 ihre Lebensdauer erreichen. Daher sind aktuelle politische, Beschaffungs- und Genehmigungsentscheidungen entscheidend für das zukünftige Abfallmanagement. Die Organisation empfiehlt, Kreislaufwirtschaftsprinzipien jetzt in den Energiewandel des Landes zu integrieren, anstatt Abfallmanagementsysteme nachträglich anzupassen.
Die Studie wurde während einer Podiumsdiskussion vorgestellt, an der Vertreter der De La Salle University Manila, BPI, WeGen, des Global Wind Energy Council (GWEC) und des Center for Renewable Energy and Sustainable Technology (CREST) teilnahmen. Die Diskussion wurde von Engr. Benjie Flores von FESSIA moderiert.
REI Philippines plant, das vollständige Weißbuch zusammen mit einer Begleitstudie zu Standards und Zertifizierungslücken im zweiten Halbjahr 2026 offiziell zu veröffentlichen. Eine 30-köpfige Multi-Stakeholder-Futures-Arbeitsgruppe wird von Juli bis November 2026 zusammentreten, um eine Circular RE Innovation Agenda zu entwickeln. Institutionelle Verpflichtungen sind für 2027 geplant.