Gesellschaft

Paradox in Western Visayas: Überfluss und Hunger

In Western Visayas gibt es einen bitteren Widerspruch. Die Region verfügt über einen hohen Selbstversorgungsgrad bei Reis, Mais, Schweinefleisch und Geflügel. Laut den neuesten Zahlen des Regional Development Council liegt der Selbstversorgungsindex für Reis bei 127 Prozent, für weißen Mais bei 306 Prozent. Auch bei Schweinefleisch und Geflügel wird mehr produziert, als die Bevölkerung verbraucht.

Volunteer collecting plastic trash in the forest. The concept of environmental conservation. Globalnateemee
Symbolbild: Envato

Trotz dieser Überschüsse leiden 151.000 Haushalte in der Region unter Nahrungsmittelarmut. Die Regierung schätzt, dass eine Familie von fünf Personen monatlich 10.005 Philippinische Peso benötigt, um die Mindestanforderungen an Nahrungsmittel zu decken. Das entspricht etwa 333 Peso pro Tag. Mit diesem Betrag kann man auf dem lokalen Markt nur wenig kaufen: ein Kilo Reis, einige Eier, Blattgemüse und vielleicht eine Dose Sardinen. Für Fleisch bleibt nichts mehr übrig.

Die tägliche Rationierung hat tragische Folgen. Über 22.600 Kinder in Region 6 sind mangelernährt. In der Provinz Antique liegt die Prävalenz von Wachstumsstörungen bei 9,55 Prozent. Wachstumsstörungen betreffen nicht nur die körperliche Größe, sondern auch die kognitive Entwicklung. Die nächste Generation wird in ihrer Entwicklung beeinträchtigt, obwohl genügend Nahrungsmittel vorhanden sind.

Die Preise im Einzelhandel weichen stark von den Erzeugerpreisen ab. Der Grund liegt in der fehlenden Verbindung zwischen den Erzeugern und den Verbrauchern. Lokale Lebensmittel sind teuer, weil sie zu oft die Hände wechseln, bevor sie beim Verbraucher ankommen. Die Kosten für Logistik, der Mangel an Kühlhäusern und die vielen Zwischenhändler tragen dazu bei. Die Bauern, die auf den Feldern arbeiten, kommen kaum über die Runden, während normale Lohnempfänger sich die Lebensmittel nicht leisten können.

Selbst die landwirtschaftlichen Erfolge sind gefährdet. Die Region hat eine Geflügelselbstversorgungsrate von 171 Prozent, aber die Hühner werden hauptsächlich mit importiertem Mais gefüttert. Auch bei Grundnahrungsmitteln wie Gemüse ist die Region stark von anderen Regionen und Importen abhängig. Ein starker Taifun kann die Hafenoperationen stören und den Fleischüberschuss über Nacht verschwinden lassen.

Das Problem liegt nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verteilung. Die Regierung betont, dass die eigentlichen Engpässe in der Erschwinglichkeit und dem Zugang zu Lebensmitteln liegen. Lokale Regierungsstellen müssen in die Lieferkette eingreifen. Dazu gehören die Finanzierung von Kühlhäusern auf Gemeindeebene, die Subventionierung des Transports, damit Bauern Händlerkartelle umgehen können, und die Ausweitung von Direktvermarktungen von Bauern an Verbraucher.

Quellen