Pantheon Macroeconomics senkt Wachstumsprognose für die Philippinen auf 2,8 Prozent
EditDie Wirtschaft der Philippinen könnte vor dem schwächsten jährlichen Wachstum seit fast zwei Jahrzehnten stehen, sofern die Prognosen des in London ansässigen Instituts Pantheon Macroeconomics eintreffen. Aufgrund einer als „erbärmlich“ bezeichneten Entwicklung im zweiten Quartal hat das Unternehmen seine Wachstumsprognose für das Jahr 2026 von zuvor vier Prozent auf nunmehr 2,8 Prozent gesenkt.
Die Ökonomen Miguel Chanco und Meekita Gupta von Pantheon korrigierten in einem Kommentar zudem die Prognose für das Jahr 2027 nach unten. Dort wird das Wachstum nun mit vier Prozent statt wie bisher mit fünf Prozent erwartet, da sich die wirtschaftliche Erholung schwächer als ursprünglich angenommen darstellt.
Grund für die Abwärtskorrektur ist die Verlangsamung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das im zweiten Quartal auf 2,3 Prozent sank, nachdem es im ersten Quartal noch bei 2,8 Prozent gelegen hatte. Als Ursachen nannten die Experten die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten sowie schwache Staatsausgaben. Damit weist das Land laut Pantheon das schwächste Wachstum unter den großen südostasiatischen Volkswirtschaften auf.
Sollte die Prognose von 2,8 Prozent für 2026 eintreffen, läge dieser Wert deutlich unter dem angepassten Ziel der Regierung unter Präsident Marcos, das zwischen 3,5 und 4,5 Prozent angesetzt ist. Ein solches Ergebnis wäre die schwächste jährliche Expansion außerhalb der Pandemie-Jahre seit 2009, als das Wachstum lediglich 1,4 Prozent betrug.
Die Ökonomen identifizierten einen starken Rückgang der Investitionen als wesentliches Hindernis für das Wachstum. Investitionen reagieren laut Chanco und Gupta weitaus empfindlicher auf Änderungen der Kreditkosten als andere Bereiche der Binnennachfrage. Da Industrie und Baugewerbe weiterhin unterdurchschnittlich ausgelastet sind und das Vertrauen der Unternehmen sowie die Marktstimmung niedrig bleiben, wird ein deutlicher Aufschwung nach der Kontraktion im zweiten Quartal nicht erwartet.
Auch der private Konsum dürfte laut Pantheon bis mindestens Mitte 2027 verhalten bleiben. Die Haushalte müssten zunächst ihre während der Pandemie und der Lebenshaltungskostenkrise aufgezehrten Ersparnisse wieder aufbauen. Umfragen zu Sparabsichten deuteten darauf hin, dass diese Aktivitäten im zweiten Quartal zudem durch die Folgen des Iran-Krieges beeinträchtigt wurden.



