Menschenrechte im Alltag: Philippinische Perspektive
Der Autor Herman M. Lagon reflektiert im Rahmen seines GCED Online Course mit UNESCO-APCEIU über die Bedeutung internationaler Menschenrechtsstandards für den Alltag.
Lagon betont, dass der sechswöchige Kurs nicht nur akademische Theorie ist. Er zeigt auf, wo Gerechtigkeit, Fairness und Würde im Alltag gewahrt oder verletzt werden.
Der Kurs beleuchtet Orte wie das Rathaus, die Bushaltestelle und das überfüllte Klassenzimmer. Dort wird deutlich, wie Menschenrechte im Alltag gelebt werden.
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 verspricht Freiheit und Gleichheit. Doch nach 77 Jahren bleibt dieses Versprechen für viele Menschen unerreichbar.
Menschenrechte sind keine Theorien. Sie sind die Grenze zwischen Hoffnungslosigkeit und Würde für viele Menschen. Dazu gehören Busfahrer, die für Gerechtigkeit kämpfen, oder Kinder, die in überfüllten Klassenräumen sitzen.
Die Philippinen haben viele Menschenrechtsabkommen unterzeichnet. Doch einige Wunden bleiben unversorgt. So wurde das Abkommen gegen erzwungene Verschleppungen nicht ratifiziert.
Der Artikel 23 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantiert faire Arbeitsbedingungen. Millionen von Philippinern suchen im Ausland nach Arbeit und unterstützen so die Wirtschaft. Dennoch kämpfen viele Kinder mit dem Lesen und Schreiben.
Menschenrechte sind keine fremden Ideen. Sie leben in den Gemeinschaften der Tumandok in Iloilo, in Frauen, die Sicherheit fordern, und in Kindern, die von der Schule träumen.
Der Kurs erinnert daran, dass Rechte und Verantwortung Hand in Hand gehen. Freiheit der Rede bedeutet nicht, Hass zu verbreiten. Das Recht auf Eigentum rechtfertigt nicht die Zerstörung von Mangroven oder Flüssen.
In der Kultur des Bayanihan sehen die Menschen diese Balance. Wenn das Wasser steigt, helfen Nachbarn einander. Wenn Schulen schließen, werden Wohnungen zu Klassenzimmern.
Die Menschenrechtskommission der Philippinen ist eine Brücke zwischen Versprechen und Realität. Sie zu stärken, ist eine Frage der Menschen, nicht der Politik.