Politik

Marcos-Regierung setzt auf graue Infrastrukturprojekte

Die Regierung der Philippinen setzt bei der nationalen Klimapolitik weiterhin stark auf graue Infrastrukturprojekte. Kritiker bemängeln, dass ein Großteil des nationalen Klimabudgets in solche Projekte fließt, anstatt in nachhaltige Lösungen investiert zu werden.

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Symbolbild: Envato

In den letzten Jahren hat die Regierung der Philippinen wiederholt Forderungen nach konkreten Lösungen für Klimaschutz und Umweltschutz erhalten. Allerdings hat die aktuelle Regierung diese Forderungen oft wörtlich genommen und in graue Infrastrukturprojekte umgesetzt. Diese Projekte umfassen den Bau von Brücken, Autobahnen und anderen großen Infrastrukturvorhaben, die oft ökologisch sensible Gebiete betreffen.

Einige Erfolge der Regierung sind dennoch bemerkenswert. So wurde ein Fahrplan für blaues Kohlenstoffmanagement finalisiert, der den Schutz und die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern umfasst. Zudem wurden mehrere Sitzungen des Loss and Damage Funds in den Philippinen abgehalten, und es gibt Bemühungen, Investitionen in erneuerbare Energien zu beschleunigen.

Trotz dieser Fortschritte bleibt die Kritik groß. Viele der grauen Infrastrukturprojekte werden in ökologisch sensiblen Gebieten realisiert, was langfristige ökologische Schäden verursachen kann. Umweltvorschriften werden oft als Hindernisse für den Fortschritt angesehen, anstatt als Mittel zur Förderung nachhaltiger Entwicklung.

Die Regierung hat nahezu eine Billion Pesos für Klimaschutzmaßnahmen bereitgestellt. Ein großer Teil dieses Budgets fließt jedoch in graue Infrastrukturprojekte, die wenig zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Zudem werden diese Projekte oft von einer einzigen Behörde verwaltet, die selten in klimabezogenen Konsultationen oder Foren vertreten ist.

Neben den grauen Infrastrukturprojekten gibt es weitere Herausforderungen. Gemeinden stehen unter Druck durch aggressive Entwicklungsprojekte, wie zerstörerischen Bergbau und geplante Wasserkraftwerke. Menschenrechts- und Umweltaktivisten sind weiterhin in großer Gefahr, wie die jüngsten Morde in Negros zeigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verzögerung bei der Aktualisierung der Nationally Determined Contributions (NDCs). Diese sind das wichtigste Klimaschutzprogramm des Landes, das die Verpflichtung zur Reduzierung der Klimapollution festlegt. Die Frist für die Aktualisierung der NDCs wurde mehrfach verschoben, zuletzt aufgrund von Neuberechnungen im Zusammenhang mit der Ölkrise.

Bis die NDCs finalisiert sind, bleibt ein großer Teil der klimastrategischen Aktualisierungen auf Eis. Dies betrifft unter anderem den Rahmen für einen gerechten Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, die Einrichtung eines nationalen Kohlenstoffmarktrahmens und die Definition des langfristigen Klimaschutzwegs.

Diese Herausforderungen belasten vor allem die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen, darunter Kinder und Jugendliche, Frauen, indigene Völker und Bauern. Die Regierung muss ihre Bemühungen verstärken, um den Bedürfnissen dieser Gruppen gerecht zu werden und nachhaltige Lösungen zu finden.

Quellen