Marcos kritisiert Chinas Sanktionen gegen Teodoro
Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. bezeichnete die Sanktionen Chinas gegen Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr. als unhilfreich. Sie erhöhen die Spannungen zwischen den beiden Ländern, sagte er.
Marcos äußerte sich am Samstag, den 4. Juli, nach seinem offiziellen Besuch in Kanada. Er nannte die Sanktionen gegen Teodoro und dessen Familie unnütz. Sie verhindern keine Fortschritte bei den territorialen Konflikten.
China hatte am 11. Juni Sanktionen gegen Teodoro, seine Frau und seinen Sohn verhängt. Die Sanktionen verbieten der Familie die Einreise nach Festlandchina, Hongkong und Macau. Zudem dürfen sie keine Geschäfte mit Personen und Unternehmen in China machen.
Teodoro ist einer der schärfsten Kritiker Chinas in der philippinischen Regierung. Er hat die Sanktionen bisher ignoriert. Marcos will die Beziehungen zu China verbessern. Seit 2023 gibt es Spannungen wegen der Streitigkeiten im Südchinesischen Meer.
China beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer. Dazu gehören Gebiete in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Philippinen und maritime Gebiete, die auch von anderen Ländern beansprucht werden. Die philippinischen Fischer und Behörden erleben dort immer wieder Belästigungen und Verletzungen.
Seit 2023 hat Manila Vorfälle von Belästigungen durch chinesische Schiffe und Flugzeuge veröffentlicht. Dabei waren Einheiten der chinesischen Küstenwache und der Volksbefreiungsarmee beteiligt.
Marcos nannte ein Beispiel für einen solchen Vorfall. Vor fast einem Jahr kollidierten ein Schiff der Volksbefreiungsarmee und ein Schiff der Küstenwache mit einem kleineren Schiff der philippinischen Küstenwache bei Scarborough Shoal.
Im Juni 2024 kam es zu einem weiteren Vorfall. Die chinesische Küstenwache griff philippinische Truppen an, die die BRP Sierra Madre versorgen wollten. Die BRP Sierra Madre ist ein Schiff der philippinischen Marine, das 1999 absichtlich auf Grund gesetzt wurde. Es dient als philippinischer Außenposten im Westphilippinischen Meer.
Ein philippinischer Matrose verlor bei dem Vorfall einen Daumen. Chinesische Soldaten beschädigten philippinische Ausrüstung. Marcos betonte, dass die Sanktionen die Kommunikation zwischen den Verteidigungsministerien erschweren. Das behindert die Bemühungen, die Spannungen im Westphilippinischen Meer zu verringern.
Marcos äußerte auch Bedenken, dass die maritime Politik der Philippinen nach 2028, nach Ende seiner Amtszeit, geändert werden könnte. Er nannte es eine existenzielle Frage für das Land.
In Kanada bekräftigte Premierminister Mark Carney die Unterstützung Kanadas für das Völkerrecht. Dazu gehört die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen und das Schiedsurteil von 2016. Kanada unterstützt die Philippinen bei ihrer maritimen Politik. China erkennt das Schiedsurteil von 2016 nicht an. Es erklärte den historischen Anspruch Chinas für ungültig.