Gesellschaft

Junge Aktivisten in Davao wandeln Empörung in organisiertes Handeln um

In Davao City wählen immer mehr junge Menschen den Aktivismus, die Solidarität und den öffentlichen Kampf, anstatt sich nur auf akademische und persönliche Ambitionen zu konzentrieren. Jugendliche aus verschiedenen Organisationen wie Gabriela Youth (GY) Jacinto, GY Davao, Kabataan Party (KPL) und SMR verwandeln persönliche Erfahrungen mit Ungerechtigkeit in kollektives Handeln.

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Symbolbild: Envato

Für die jungen Aktivisten ist Aktivismus nicht nur auf Parolen oder Online-Posts beschränkt. Er wurzelt in erlebten Realitäten wie geschlechtsbasierter Gewalt, unzugänglicher Bildung, Korruption und der wachsenden Kluft zwischen Privileg und Armut. Fatima Ayeesa Guiani, Vorsitzende von GY Jacinto, erinnerte sich an eine Kindheitserinnerung, die ihr Feminismus geprägt hat. Mit 16 Jahren erfuhr sie, dass eine gleichaltrige Nachbarin bereits Mutter war, aufgrund einer Kinderheirat.

Guiani betonte ihre Entschlossenheit, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Lady Krystyna Shane Tumulak, Mitglied von GY Jacinto, beschrieb ihre politische Erwachen während einer Schulaktion mit Talikala, einer Organisation, die prostituierte Frauen und Kinder unterstützt. Sie wechselte von Online-Posts zu Basisarbeit. Allyssa Ancheta, Vorsitzende von GY Davao, wuchs durch ihre eigenen Erfahrungen in den Aktivismus hinein.

Ancheta sieht die ungerechte Behandlung von Frauen und betont die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns gegen systemische Diskriminierung. Cobbie Jan Canda von der KPL schärfte seinen Aktivismus durch Empörung über Korruptionsskandale. Er fragt, warum so viele Menschen trotz der Reichtümer des Landes hungern und ohne Dienstleistungen sind. Fauzhea Guiani von Anakbayan SMR betont, dass der Aktivismus über die Universitäten hinausgehen muss.

Guiani fordert, dass auch Arbeiter, Bauern und Arme sich einbringen. Der Soziologieprofessor Arnold Alamon ordnet die heutigen Jugendbewegungen in einen größeren historischen Kontext ein. Er erinnert daran, dass Davao während der Marcos-Diktatur in den 1970er Jahren ein Hotspot des Aufstands war. Damals organisierten sich junge Aktivisten in armen Stadtvierteln gegen die autoritäre Herrschaft.

Alamon betont, dass Aktivismus eine positive Kraft in der Gesellschaft ist. Er ist ein Mechanismus, um Fehler zu korrigieren und für Freiheit, Gleichheit und Solidarität zu kämpfen. Aktivisten glauben, dass Veränderung möglich ist und dass ungerechte Bedingungen unmenschliches Verhalten hervorrufen. Alamon argumentiert, dass Aktivismus grundlegend optimistisch ist. Er sieht die Möglichkeit, dass Menschen einander freundlich begegnen können.

Die Regierung könnte vielen dienen, anstatt nur wenigen, und die Entwicklung könnte der gesamten Bevölkerung zugutekommen. Die jungen Führer erkennen die Gefahren an. Fatima kritisiert die Gleichgültigkeit unter den Jugendlichen, die durch systemisches Versagen geprägt ist. Krystyna warnt vor Individualismus und betont, dass nur gemeinsames Handeln echte Veränderung bringen kann.

Allyssa gibt zu, dass das Gleichgewicht zwischen Aktivismus, Familie und akademischen Verpflichtungen schwierig ist. Die größte Herausforderung ist jedoch die Stigmatisierung und Belästigung. Cobbie berichtet von Verfolgungen und falschen Identifizierungen durch die Polizei. Fauzhea ist direkt: Der größte Feind ist der Staat selbst. Alamon stimmt zu und weist darauf hin, dass Stigmatisierung und Propaganda Aktivisten oft als Terroristen darstellen.

Quellen