Gesellschaft

Juliane Patena: Von Tagum nach Melbourne und zurück

Juliane Patena beschreibt in einem Artikel ihre Reise von Tagum City in Davao del Norte nach Melbourne. Sie wuchs als lebensfrohes Kind auf, das gerne sang, tanzte und sich verkleidete. Ihre Mutter inspirierte sie für Mode und Kreativität, während ihr Vater ihr Selbstbewusstsein gab.

Focused Students Studying in Classroom with School Deskswosunan
Symbolbild: Envato

Ihre Familie hatte nicht viel, aber sie hatten einander. Patena erinnert sich an einfache, aber wertvolle Erinnerungen, wie das Verkaufen von Eis, um Schulhefte zu kaufen, und das Feiern von Geburtstagen mit der Familie. Diese Erfahrungen lehrten sie, dass Heimat durch die Menschen definiert wird, die einem zur Seite stehen.

Im Alter von zwölf Jahren zog ihre Familie nach Australien. Zwei Monate vor der Abreise organisierten ihre Eltern eine besondere Geburtstagsfeier für sie, um ihr schöne Erinnerungen mitzugeben. Sie flogen nach Leeton, einer kleinen ländlichen Stadt in New South Wales. Der Übergang von dem belebten Tagum zu dem ländlichen Australien war überwältigend.

Patena hatte Schwierigkeiten mit der englischen Sprache und den australischen Akzenten. Die kleine philippinische Gemeinschaft bestand hauptsächlich aus Arbeitern, und sie fand es schwer, Menschen zu finden, die ihre Herkunft verstanden. Ohne Internet musste sie zwanzig Minuten zu einem Einkaufszentrum laufen, um mit Familie und Freunden in den Philippinen zu sprechen.

In der Highschool erlebte sie Mobbing und Diskriminierung. Anfangs waren es nur Kommentare und Ausgrenzung, doch das beeinflusste bald alle Aspekte ihres Lebens. Sie verlor an Selbstvertrauen, zog sich zurück und hatte Angst vor der Schule. Ihre Schulbesuche wurden schlechter, da sie sich oft nicht überwinden konnte, zur Schule zu gehen.

Ein besonders prägendes Erlebnis war, als eine Mitschülerin sie schubste und eine rassistische Beleidigung ausstieß, weil sie ihr Handy nicht ausleihen wollte. Das Mobbing endete nicht mit der Schule, sondern begleitete sie noch Jahre später. Sie versuchte, ihr Aussehen zu ändern, um besser dazuzugehören, und verlor dabei einen Teil ihrer Identität.

Patena erkannte später, dass viele junge Menschen zwischen Kulturen ähnliche Kämpfe erleben. Sie wurde 2020 zur Kandidatin für Miss Philippines Australia ausgewählt, zog sich aber nach reiflicher Überlegung zurück. Sie wusste, dass es noch nicht ihre Zeit war.

Ihre Erfahrungen und Reflexionen halfen ihr, ihre Identität zu akzeptieren und zu verstehen, dass Zugehörigkeit beginnt, indem man sich selbst annimmt.

Quellen