Judge Meinrado Paredes: Ein Leben im Dienst der Gerechtigkeit
Judge Meinrado Paredes war ein herausragender Richter. Er galt als fair, besonnen und ausgeglichen. Paredes war weder übermäßig streng noch neigte er zu Wutausbrüchen. Er schimpfte, beleidigte oder belehrte Anwälte nicht.
Paredes wäre im Januar nächsten Jahres 80 Jahre alt geworden. Der Autor freute sich auf eine Party, die Jane für ihn plante. Er war sich sicher, dass er eingeladen würde, da Jane ihn gebeten hatte, den Veranstaltungsort zu reservieren.
Die beiden hätten über alte Zeiten sprechen können. Damals trugen Jungen Cowboy-Stiefel und Glockenhosen, die sie auch bei ihrer Vereidigung trugen. Später, als Paredes Richter war, verlor der Autor die meisten seiner Fälle vor ihm.
Sie hätten auch über den Amtsenthebungsprozess gegen Präsident Duterte sprechen können. Dieser sollte zu dem Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein. Natürlich hätten sie auch über Anwälte und deren Prüfungsnoten gesprochen.
Paredes und der Autor wurden 1975 in die Anwaltskammer aufgenommen. Sie gehörten zu 683 Prüflingen, die die Prüfung 1974 bestanden hatten. Die Bestehensquote lag bei 35,02 Prozent. Diese Zahl wäre noch niedriger gewesen, hätte der Oberste Gerichtshof die Bestehensgrenze nicht von 75 auf 70 Prozent gesenkt.
Der Autor erinnert sich, dass niemand aus dieser Gruppe damit prahlte, eine höhere Note als 70 Prozent erreicht zu haben. Auch Arturo Brion, der mit 91,65 Prozent den ersten Platz belegte, tat dies nicht.
Der Autor betonte, dass Vizepräsidentin Sara Duterte nicht selbst behauptet habe, die Anwaltsprüfung beim ersten Versuch mit einer Note von 80 Prozent bestanden zu haben. Dies tat ihr Anwalt. Wenn ein Anwalt so etwas behauptet, hat der Mandant Grund zur Sorge.
Die Behauptung rieche nach Verzweiflung. Welche Relevanz habe eine bessere Durchschnittsnote in der Anwaltsprüfung für die Schuld oder Unschuld einer Person? Die Verteidigung, dass ein Angeklagter in einem Diebstahlsfall die Tat nicht begangen haben könne, weil er reich sei, würde vor Gericht nicht standhalten.
Es sei jedoch zumindest glaubwürdiger als die Behauptung, dass die Vizepräsidentin den Präsidenten nicht bedrohen könne, weil sie die Anwaltsprüfung beim ersten Versuch mit hervorragenden Noten bestanden habe. Der Autor und Paredes hätten sich einig darüber gewesen, dass die Verteidigung besser sein könnte.
Es wird keine Party und kein Gespräch geben, da der Tod Paredes ereilt hat. Der Autor verabschiedet sich von seinem Freund und hofft, dass ihre Rollen im nächsten Leben vertauscht werden. Dann wäre er der Richter und Paredes der Anwalt.