Wirtschaft

Japanische Unternehmen zögern bei Investitionen in Manila

Japanische Unternehmen zeigen sich weiterhin zurückhaltend bei der Erweiterung ihrer Präsenz auf den Philippinen. Ungeklärte Steuerfragen, Korruptionsbedenken, infrastrukturelle Schwächen und politische Unsicherheiten beeinträchtigen die Attraktivität des Landes als Investitionsziel.

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Symbolbild: Envato

Die Wirtschaft der Philippinen hat einen Vorteil, den nur wenige regionale Märkte bieten: Der Inlandsverbrauch macht etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Das schafft Chancen für Unternehmen, die sich auf Einzelhandel, Dienstleistungen und Konsumgüter konzentrieren.

In der Umfrage der Japan Bank for International Cooperation für das Haushaltsjahr 2025 zu Direktinvestitionen im Ausland belegte das Land den achten Platz unter den vielversprechendsten Zielen für japanische Hersteller in den nächsten drei Jahren. Es lag hinter anderen südostasiatischen Volkswirtschaften wie Vietnam, Indonesien, Thailand und Malaysia, während Indien die Liste anführte.

Ein Banker einer großen, mit einem Konglomerat verbundenen Institution, der japanische Unternehmen berät, erklärte, dass viele Investoren nach einem Vergleich der Geschäftsbedingungen in Asien letztlich andere regionale Märkte wählen. Dabei wird Vietnam oft als bevorzugtes Ziel genannt.

Ein großes Problem für japanische Unternehmen ist die Steuerumgebung des Landes, insbesondere Verzögerungen und Unsicherheiten bei der VAT. Laut dem 12-Prozent-VAT-System der Philippinen können ausländische Unternehmen Rückerstattungen für überschüssige Vorsteuern beantragen. Einige Unternehmen berichteten jedoch von Schwierigkeiten, die Beträge zu erhalten, die sie für berechtigt halten.

Das Unternehmen Dole, ein Obst- und Gemüseunternehmen, das unter dem japanischen Handelsunternehmen Itochu operiert, setzt seine rechtlichen Schritte gegen VAT-Rückerstattungsansprüche fort. Ein Fall bleibt seit fast einem Jahrzehnt ungelöst. Das Unternehmen nannte Unsicherheiten über Rückerstattungsfristen und -beträge als Faktor, der zukünftige Investitionsentscheidungen beeinflusst.

Japanische Geschäftsverbände, die auf den Philippinen tätig sind, äußerten auch Bedenken hinsichtlich häufiger Steuerprüfungen, langer Dokumentationsanforderungen und Streitigkeiten mit den Steuerbehörden. Ein Unternehmensvertreter berichtete, dass Strafen in Höhe des gesamten Umsatzes erhoben wurden. Ein anderer Geschäftsführer beklagte sich, dass umfangreiche Steuerdokumente von Unternehmen mit begrenzter Überprüfung abgelehnt wurden.

Neben der Besteuerung bleibt Korruption ein weiteres großes Hindernis für Investoren. Geschäftsverbände wiesen auf Governance-Bedenken und die inkonsistente Umsetzung von Vorschriften hin, die das Vertrauen in den philippinischen Markt schwächen.

Infrastrukturelle Einschränkungen beeinflussen weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit. Im World Competitiveness Ranking 2025 der Schweizer Business School IMD belegte das Land den 60. Platz von 69 Volkswirtschaften in der Kategorie Infrastruktur. Das spiegelt Herausforderungen in den Transportsystemen, Logistiknetzwerken und der Konnektivität wider.

Die Infrastrukturlücke des Landes ist besonders besorgniserregend für Hersteller, die eine effiziente Bewegung von Waren und zuverlässige Lieferketten benötigen. Politische Unsicherheiten haben die Sorgen der Investoren zusätzlich verstärkt, da die Auflösung der Allianz zwischen großen politischen Familien Fragen zur Fortsetzung und Stabilität der Politik aufwirft.

Trotz dieser Herausforderungen zieht das Land weiterhin japanische Unternehmen in konsumgetriebenen Branchen an, aufgrund seines großen Inlandsmarktes. Große japanische Einzelhändler wie das Möbelunternehmen Nitori Holdings, die Schuhkette ABC-Mart und der Warenhausbetreiber Mitsukoshi Isetan Holdings haben ihre Aktivitäten im Land ausgeweitet, um die steigende Konsumnachfrage zu bedienen.

Die wachsende Zahl philippinischer Touristen, die Japan besuchen, hat auch das Bewusstsein für japanische Marken gestärkt und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten geschaffen. Für japanische Hersteller, die Produktionsbasen aufbauen oder erweitern möchten, müssen die Philippinen jedoch langjährige Probleme angehen, die das Vertrauen der Investoren beeinträchtigen.

Quellen