Wirtschaft

Inflation trifft Frauen in marginalisierten Sektoren besonders hart

Inflation wird oft in Zahlen diskutiert: Prozentwerte, Prognosen und politische Ziele. Doch hinter diesen Zahlen stehen Menschen. In den Philippinen sind es vor allem Frauen in marginalisierten Sektoren, die den höchsten Preis zahlen.

Family Riding in a Colorful Public Transportation Vehicle
Symbolbild: Envato

Bäuerinnen sind in Schulden gefangen, weil die Kosten für Treibstoff und Dünger steigen, während die Preise für Ernteerträge stagnieren. Viele Frauen verkaufen ihre Ernte, um Gläubiger zu bezahlen. Das bedeutet weniger Nahrung für ihre eigenen Familien. Hunger ist keine abstrakte Gefahr, sondern eine tägliche Realität.

Frauen aus Fischerfamilien müssen mit Vertreibung durch Küstenentwicklungsprojekte und steigenden Treibstoffkosten kämpfen. Ihre Fänge sind weniger wert, während die Haushaltskosten jede Woche steigen. Indigene Frauen erleben Belästigung und Landverlust durch Infrastrukturprojekte, die sie aus ihren angestammten Gebieten verdrängen.

Inflation verschärft diese Ungerechtigkeit und beraubt sie sowohl kultureller als auch wirtschaftlicher Sicherheit. Frauen im Transportsektor, darunter Ehefrauen und weibliche Jeepney-Fahrerinnen, sehen ihre Einkommen von 700 bis 800 Pesos pro Tag auf nur noch 200 bis 300 Pesos sinken. Familien ernähren sich von Reis mit Bago-ong oder lassen Mahlzeiten ganz aus. Bildung wird zu einem Luxus, den sich viele nicht mehr leisten können.

Inflation ist nicht geschlechtsneutral. Frauen als Haushaltsmanagerinnen, Pflegekräfte und Arbeiterinnen in informellen Sektoren spüren den Schock zuerst. Sie verzichten auf Mahlzeiten, damit ihre Kinder essen können. Sie strecken unzureichende Löhne, um die Lebenshaltungskosten zu decken, die die Realität überholt haben. Sie erleben Belästigung, Vertreibung und Ausbeutung, während sie die Verantwortung tragen, Familien über Wasser zu halten.

Politische Lücken, wie Verbrauchssteuern und Mehrwertsteuer auf Öl, geben die Kosten direkt an die Verbraucher weiter und verschärfen die Belastung für arme Haushalte. Korruption und Misswirtschaft leiten Gelder von sozialen Dienstleistungen ab, die den Schmerz lindern könnten. Frauen sind jedoch keine passiven Opfer. Basisgruppen wie Gabriela organisieren Proteste und fordern Rechenschaft und Entlastung.

Ihre Widerstandsbewegung zeigt, dass Inflation nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein politisches und moralisches Problem ist. Inflation vertieft die strukturelle Ungleichheit in den Philippinen. Frauen in marginalisierten Sektoren stehen an der vordersten Front dieses Krisen. Wenn Politiker die Inflation weiterhin nur als Zahlenproblem behandeln, übersehen sie die menschlichen Kosten und die geschlechtsspezifische Ungerechtigkeit, die diese Zeit prägen.

Quellen