Politik

Impeachment-Verfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte: Langeweile und technische Fragen

Das Impeachment-Verfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte hat sich nach fünf Tagen zu einer langwierigen Angelegenheit entwickelt. Die meisten Zuschauer beklagen sich über Langeweile. Stunden wurden damit verbracht, ein Video zu authentifizieren, das das ganze Land im November 2024 gesehen hat.

Landscape view of Taal Volcano in the Philippines with sunset in the background
Symbolbild: Envato

Ein Agent des National Bureau of Investigation (NBI) wurde wiederholt gefragt, ob die Aufzeichnung durch künstliche Intelligenz erzeugt wurde. Er bestätigte, dass dies nicht der Fall war. Es gab zahlreiche Einwände, Erklärungen und Unterbrechungen.

Der Rechtsprofessor Jose Mari Tirol betonte, dass die Regeln der Beweisführung jeden Angeklagten schützen, auch wenn dieser unpopulär ist. Er nannte das Verfahren ein Gerichtsverfahren und keine Seifenoper. Kurzschlüsse gegen die Vizepräsidentin könnten auch gegen zukünftige Amtsinhaber verwendet werden.

Der ehemalige Senatspräsident Franklin Drilon kritisierte, dass beide Seiten keine Fakten festlegten, die niemand bestreitet. Dazu gehört ein Video, das die Verteidigung selbst in Teilen während der Kreuzverhörs spielte. Eine Aufzeichnung kann nicht morgens als unecht angezweifelt und nachmittags nach entlastendem Material durchsucht werden.

Drilon argumentierte, dass es nicht darum geht, ob die Vizepräsidentin ihre Aussagen vom 23. November 2024 ernst meinte. Vielmehr geht es darum, ob sie so sprechen und dennoch für das Amt geeignet sein kann. Die Behauptung, sie habe unter extremen Stress gesprochen, beantwortet diese Frage ehrlicher, als die Verteidigung beabsichtigt.

Die Vizepräsidentin bleibt die vertrauenswürdigste Spitzenbeamtin des Landes. Ihre Zufriedenheitsbewertung liegt bei +29 in der März-Umfrage der Social Weather Stations und bei +36 in den Visayas. Dennoch stieg das Misstrauen gegenüber ihr von 16 Prozent auf 26 Prozent innerhalb eines Jahres. Als Hauptgrund wurde angebliche Korruption genannt.

Die Zahlen zeigen, dass die Öffentlichkeit sich noch keine endgültige Meinung gebildet hat. Sie zeigen aber auch, dass die Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Sechzehn Stimmen sind notwendig, um eine Verurteilung zu erreichen. Eine Freisprechung, die als technische Formalität angesehen wird, oder eine Verurteilung, die als Manöver für 2028 interpretiert wird, könnte dem Senat mehr schaden als der Vizepräsidentin.

Duterte hat ihre Präsidentschaftskandidatur im Februar erklärt und führt weiterhin die frühen Umfragen an. Das Vertrauen in die Institutionen steht tatsächlich auf dem Prüfstand. Die Lösungen sind unspektakulär. Unbestrittene Fakten sollten festgestellt werden. Der Vorsitzende sollte sich wiederholende Befragungen zusammenfassen. Und wenn das Urteil kommt, sollte jeder Senator die Stimme in klarer Sprache erklären, auf dem Protokoll, zu Hause in seiner eigenen Region, nicht in einer vorbereiteten Pressemitteilung.

Quellen