Politik

Impeachment-Verfahren gegen Vizepräsidentin Duterte eröffnet

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte begann am 6. Juli. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Philippinen, dass eine amtierende Vizepräsidentin einem solchen Verfahren unterzogen wird.

Plants growing in plastic bottles hanging from house, Cebu, Philippines
Symbolbild: Envato

Duterte war bei der Eröffnungssitzung nicht anwesend. Ihre Anwälte vertraten sie. Gegen Duterte liegen vier Anklagepunkte vor. Diese betreffen den angeblichen Missbrauch von Geheimfonds, unerklärten Reichtum, Bestechung und schwere Drohungen.

Der erste Verhandlungstag konzentrierte sich auf Verfahrensfragen. Besonders ging es um die Wahl des Vorsitzenden. Senator Alan Peter Cayetano bezweifelte die Regel, die es einem anderen Senator erlaubt, den Vorsitz im Amtsenthebungsgericht zu übernehmen. Er argumentierte, dass der Senatssprecher die Verhandlungen leiten sollte.

Der Senat wählte später mit 12 zu 8 Stimmen Senator Chiz Escudero zum Vorsitzenden. Escudero betonte die Bedeutung der Unparteilichkeit und klärte, dass 16 Stimmen für eine Verurteilung erforderlich sind.

Senator Panfilo Lacson stellte am zweiten Verhandlungstag die vorläufige Natur dieser Schwelle in Frage. Er fragte, ob die Erklärung von Escudero nur eine rechtliche Meinung oder eine Entscheidung des Amtsenthebungsgerichts sei.

Escudero räumte ein, dass die Schwelle nur gilt, weil kein Senator-Richter Einspruch erhoben hat. Er betonte, dass eine Entscheidung des Vorsitzenden nicht die Entscheidung des Gerichts ist. Die Senator-Richter können diese Entscheidung mit einfacher Mehrheit aufheben.

Die Anzahl der anwesenden Richter ist durch Festnahmen, Suspendierungen und Flucht gesunken. Daher bleibt die Frage offen, ob zwei Drittel der gesamten Mitglieder oder nur der anwesenden Richter für eine Verurteilung erforderlich sind.

Die Anklage begann mit der Präsentation von Beweisen. Sie konzentrierte sich auf den Vorwurf schwerer Drohungen. Die Anklage legte eine aufgezeichnete Aussage vor, die Duterte zugeschrieben wird. Sie rief NBI-Agent John Mark Calilung als Zeugen auf, um das Video zu authentifizieren.

Calilung bestätigte, dass die forensische Untersuchung keine Anzeichen von Bearbeitung oder Manipulation ergab. Die Verteidigung bezweifelte die Beweise. Sie argumentierte, dass der Zeuge nur die Echtheit der Aufzeichnung bestätigen könne, nicht aber die Absicht oder die Bedeutung der Aussage von Duterte.

Nach Befragungen durch Anwälte und Senator-Richter genehmigte das Gericht die Vorladung von Dutertes Exekutivsekretärin Zuleika Lopez als möglichen Zeugen.

In den ersten drei Tagen des Verfahrens etablierten Anklage und Verteidigung ihre Hauptargumente. Die Anklage betonte die öffentliche Verantwortlichkeit und die Beweislage. Die Verteidigung stellte die verfassungsrechtliche und rechtliche Grundlage des Verfahrens in Frage.

Die Anklage der Abgeordnetenkammer gelang es, das Verfahren als Frage der Verantwortlichkeit und nicht als politischen Konflikt zu etablieren. Sie betonte, dass ihre Vorwürfe durch offizielle Dokumente, Regierungsakten, Finanzberichte, eidesstattliche Aussagen und institutionelle Feststellungen gestützt werden.

Ihr Ziel war es, die Senator-Richter davon zu überzeugen, dass das Verfahren auf Beweisen und verfassungsrechtlichen Prinzipien basiert und nicht auf Spekulationen.

Quellen