ICC-Anklage gegen Duterte: Streit um acht weitere Vorfälle
EditICC gegen den ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte ist ein rechtlicher Streit über den Umfang der Beweismittel entbrannt. Das Anklageverfahren der ICC-Staatsanwaltschaft sieht acht zusätzliche Vorfälle vor, die unter den Nummern 50 bis 57 geführt werden. Die Verteidigung von Duterte hat gegen die Aufnahme dieser Ereignisse Einspruch erhoben.
Die Anklagebehörde hat die Trial Chamber III nun offiziell aufgefordert, den Einspruch der Verteidigung zurückzuweisen. Laut der Staatsanwaltschaft fallen die umstrittenen Vorfälle in den Bereich der Anklagepunkte, die bereits zuvor vom Pre-Trial Chamber genehmigt wurden. Die Einbringung dieser Details diene lediglich der Erfüllung von Offenlegungspflichten, um der Verteidigung rechtzeitig Bescheid über die im Prozess zu präsentierenden Beweise zu geben, ohne die grundlegenden Anklagepunkte zu verändern. Die Anklage betonte zudem, dass die entsprechenden Mitteilungen vor der Frist am 31. August 2026 erfolgt seien.
Die Verteidigung hält dem entgegen, dass die acht Vorfälle die rechtlichen Grenzen überschreiten. Sie argumentiert, dass durch diese neuen Informationen völlig neue Opfer, spezifische Daten, Orte oder mutmaßliche Täter eingeführt würden, die in der ursprünglichen Phase der Anklagebestätigung nicht enthalten waren. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die bloße Einhaltung einer Offenlegungsfrist nicht automatisch klärt, ob diese Details die wesentlichen Fakten des Falles so grundlegend verändern, dass die Verteidigung darauf nicht mehr angemessen reagieren kann. Dies erfordere eine genaue gerichtliche Prüfung.
Ein zentraler Streitpunkt ist der Vorfall Nummer 57. Während die Verteidigung behauptet, dieses Ereignis liege außerhalb des relevanten Zeitrahmens der Anklage, argumentiert die Staatsanwaltschaft mit der Formulierung der Bestätigung. Dort sei von Ereignissen „um Juli 2017“ die Rede, was eine starre zeitliche Abgrenzung ausschließe. Ob diese Interpretation rechtlich Bestand hat, muss das Gericht nun entscheiden.





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