Gesellschaft

Gewalttat an einer Schule in Chicago vor 60 Jahren: Nur eine Filipina überlebte

Vor 60 Jahren, am 13. Juli 1966, wurden zwei Filipina-Schwestern in einem Wohnheim in Chicago von einem betrunkenen Täter brutal ermordet. Der Täter, Richard Franklin Speck, griff insgesamt neun Schwestern an. Nur Corazon Pieza Amurao überlebte die Gewalttat.

Assortment of Filipino Dishes on Table
Symbolbild: Envato

Amurao, 23 Jahre alt und aus San Luis in Batangas, war mit Valentina P. Pasion, 24, aus Jones in Isabela, und Merlita Ornedo Gargullo, 22, aus Naujan in Mindoro, im Wohnheim. Speck, ein umherziehender Mann aus Texas, tötete sechs weitere Schwestern. Die Opfer waren Pamela Lee Wilkening, 22, aus Lansing, und Nina Jo Schmale, 24, aus Wheaton, beide aus Illinois. Weitere Opfer waren Patricia A. Matusek, 21, Mary Ann Jordan, 20, und Suzanne Bridget Farris, 21, alle aus Chicago, sowie Gloria J. Davy, 22, aus Dyer in Indiana.

Der Journalist Joseph Lariosa berichtete, dass Amurao und Gargullo versuchten, sich zu befreien. Amurao flüsterte den anderen zu, dass sie eine Stahlleiter nehmen und den Täter damit schlagen könnten. Doch die anderen Schwestern rieten ihnen, still zu bleiben. Sie hofften, dass Speck das Wohnheim verlassen würde, nachdem er Geld gefordert hatte.

Amurao überlebte, weil Speck sie nicht bemerkte. Als er Gargullo aus dem Bett zog und tötete, nutzte Amurao die Gelegenheit, sich zu bewegen. Speck dachte, dass Davy die letzte im Raum war. Amurao kletterte aus dem Fenster und schrie um Hilfe. Die Polizei fand die Leichen der anderen Schwestern. Sie waren verstümmelt und sexuell missbraucht worden.

Speck wurde schnell verurteilt und starb 1991 im Gefängnis an einem Herzinfarkt. Der Fall zeigte, dass individuelle Rechte wichtiger sind als diplomatische Höflichkeiten. Der philippinische Generalkonsul Generoso Provido wollte Amurao rechtlichen Beistand anbieten. Doch sie lehnte ab, nachdem sie erfuhr, dass der empfohlene Anwalt mehr an den Einnahmen aus ihrer Geschichte interessiert war als an ihrem Schutz.

Amurao erhielt 5.000 Dollar aus der Belohnung für Hinweise, die zur Festnahme Specks führten. Sie weigerte sich, ihre Geschichte zu verkaufen. Sie wollte das Andenken an ihre Kolleginnen nicht durch persönlichen Gewinn beschmutzen.

Quellen