Gerontokratie auf den Philippinen: Macht und Einfluss der Alten
Das Alter ist ein prägendes Merkmal der politischen Landschaft der Philippinen. Es geht Hand in Hand mit politischen Dynastien und ermöglicht die Herrschaft alter Patriarchen und ihrer Kinder. Junge, nicht-dynastische Stimmen werden dabei oft an den Rand gedrängt.
Die durchschnittliche Alters der philippinischen Präsidenten seit der People-Power-Revolution 1986 liegt bei 59 Jahren. Rodrigo Duterte war mit 71 Jahren der älteste. Ferdinand Marcos Jr., Fidel Ramos und Joseph Estrada waren in ihren frühen 60ern, als sie ins Amt kamen. Nur Noynoy Aquino III war mit 50 Jahren jünger.
Im Senat liegt das Durchschnittsalter der Senatoren bei 60 Jahren. Panfilo Lacson ist 78, Tito Sotto 77 und Rodante Marcoleta 72 Jahre alt. Diese Altersstruktur hat Auswirkungen auf die politische Verantwortlichkeit und Inklusivität.
Altersbedingte gesundheitliche Probleme werden oft als Ausrede genutzt, um sich der vollständigen Rechenschaftspflicht zu entziehen. So berief sich Duterte auf seine kognitive Beeinträchtigung und Krankheiten, um seine Anklage vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu verzögern.
Der verstorbene Senator Juan Ponce Enrile wurde 2014 wegen Plünderung und Korruption angeklagt. Er wurde aufgrund seines Alters und gesundheitlicher Bedenken unter Krankenhausarrest gestellt. Auch der ehemalige Verkehrsminister Manuel Bonoan wurde im Juni 2026 im Alter von 80 Jahren wegen Plünderung und Korruption unter Krankenhausarrest gestellt.
Die Herrschaft älterer Politiker kann die Interessen der Jugend nicht ausreichend berücksichtigen. Die Jugend der Philippinen interessiert sich für Sport, Umwelt, Religion und gesellschaftliche Aktivitäten. Doch die Anzahl der Gesetze, die diese Bereiche betreffen, ist gering.
Der aktuelle Kongress hat bisher keine Gesetze verabschiedet, die den Sport, die Umwelt oder die gesellschaftliche Teilhabe der Jugend verbessern. Die verabschiedeten Gesetze sind meist standardmäßig und administrativ.
Die politische Landschaft der Philippinen ist stark von alten, mächtigen Akteuren geprägt. Diese Situation schränkt die Chancen junger, unabhängiger Politiker ein und beeinflusst die politische Verantwortlichkeit und Inklusivität.