Gesellschaft

Experten fordern umfassende Herangehensweise an digitale Kindheit

Experten aus den Bereichen Psychologie und Spieleentwicklung betonen, dass die Diskussion um den Einfluss von Videospielen auf Kinder zu einfach ist.

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Symbolbild: Envato

Die beiden Experten warnen, dass die Frage, ob Kinder Videospiele spielen sollten, zu kurz greift. Stattdessen sollten Familien, Schulen, die Regierung und die Spieleindustrie zusammenarbeiten, um Kindern zu helfen, eine zunehmend digitale Kindheit sicher und verantwortungsvoll zu meistern.

In den Philippinen sind 80 Prozent der 60 Millionen Spieler Erwachsene, nur 20 Prozent sind Kinder. Die Spieleindustrie hat sich weiterentwickelt und ist komplexer geworden.

Die Präsidentin der Game Developers Association of the Philippines, Ria Lu, betonte die Bedeutung von Altersfreigaben für Spiele. Diese sollten klar angeben, für welche Altersgruppe ein Spiel geeignet ist.

Lu nannte Beispiele, wie Spiele nicht wie Kinder-Spiele aussehen sollten, wenn sie Inhalte für Erwachsene enthalten. Spiele für Erwachsene sollten entsprechend aussehen.

Die digitale Kindheit ist heute die Norm. Kinder navigieren sowohl in der physischen als auch in der digitalen Welt. Videospiele sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Erfahrung.

Für viele Kinder sind Spiele nicht nur Zeitvertreib, sondern Orte, an denen sie Freundschaften schließen und mit Mitschülern nach der Schule in Kontakt bleiben.

Die Gründe, warum Menschen spielen, sind vielfältig. Sie spielen, um Geschichten zu erzählen, Probleme zu lösen, zu konkurrieren, sich zu sozialisieren und Aufregung zu finden.

Der klinische Psychologe Dr. Randy Dellosa sieht dies als Teil einer größeren Realität. Kinder leben heute in zwei Welten gleichzeitig: der offline und der digitalen Welt.

Diese digitale Präsenz bringt Vorteile mit sich. Forschung zeigt, dass altersgerechtes Spielen die Problemlösungsfähigkeiten, das strategische Denken und die Kreativität verbessern kann.

Multiplayer-Spiele fördern Kommunikationsfähigkeiten und narrative Spiele können Empathie entwickeln. Schulen erkunden daher das Lernen durch Spiele.

Experten warnen jedoch davor, diese Vorteile isoliert zu betrachten. Die gleichen Räume, die Kreativität und Verbindung fördern, können Kinder auch Cybermobbing, Prädatoren und unangemessenen Inhalten aussetzen.

Übermäßiges Spielen kann ohne gesunde Grenzen den Schlaf, die Schule und das Familienleben stören. Dies führt zu Forderungen nach strengeren Regulierungen, insbesondere in Bezug auf gewalttätige Inhalte.

Dellosa und Lu warnen jedoch vor einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen. Statt zu fragen, ob gewalttätige Spiele gewalttätiges Verhalten verursachen, sollte die Frage lauten, unter welchen Umständen Kinder spielen.

Dellosa verglich dies mit dem Schwimmenlernen. Kinder sollten nicht ohne Anleitung in digitale Räume geworfen werden. Es ist leicht, Spiele zu beschuldigen und das Leben des Kindes zu ignorieren.

Dellosa betonte, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen. Spiele und soziale Medien sind nie der Feind. Der Feind ist die Vernachlässigung.

Quellen