Experte: Impeachment-Schwelle könnte gesenkt werden
Die erforderlichen 16 Stimmen, um Vizepräsidentin Sara Duterte in ihrem Amtsenthebungsverfahren zu verurteilen, könnten gesenkt werden. Das hängt von der Anzahl der anwesenden Senatoren-Richter ab. Das sagte ein Experte für Verfassungsrecht am Samstag.
Der frühere Präsident der Integrated Bar of the Philippines, Domingo Cayosa, nannte dies eine faire und praktische Interpretation der Verfassung von 1987. Sie sei mit dem nicht restriktiven Geist der Verfassung vereinbar.
Cayosa betonte, dass bei der Auslegung eines Gesetzes versucht werde, alles zu harmonisieren. Das Gesetz soll operativ und effektiv werden, nicht nutzlos.
Der operative Begriff, der eine solche Auslegung verbindet, sei das Wort zwei Drittel aller Mitglieder des Senats. Cayosa nannte die Zahl 16 als zwei Drittel der derzeitigen Senatoren. Er betonte jedoch, dass die Absicht nicht eine absolute, sondern eine relative Zahl sei.
Senator Francis Escudero hatte am ersten Tag des Amtsenthebungsverfahrens erklärt, dass die Kammer mindestens 16 Stimmen benötige, um Duterte zu verurteilen. Er sprach in Abwesenheit von drei Senatoren, die rechtliche Probleme haben.
Senator Ronald dela Rosa bleibt in Versteck vor einem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs. Senator Jose Estrada ist in Haft und wurde wegen Plünderung und Korruption suspendiert. Senator Rodante Marcoleta wurde wegen Plünderung festgenommen.
Cayosa nannte die drei Senatoren noch immer Senatoren. Sie seien nicht durch verfassungsgemäße Verfahren abgesetzt worden. Er betonte, dass die Auslegung der verfassungsrechtlichen Bestimmung eine Nuance habe. Ein Richter könne nicht urteilen, wenn er nicht anwesend war und nicht teilgenommen habe.
Cayosa nannte die Erklärung von Escudero eine Meinung. Sie sei nicht endgültig. Er betonte, dass die Eröffnung des Verfahrens mit der Präsentation von Beweisen ungehindert begonnen wurde.
Die Staatsanwaltschaft will als nächsten Zeugen den Regionaldirektor des National Bureau of Investigation, Jeremy Lotoc, aufrufen. Er soll die Aussagen und Beweise zu den angeblichen schweren Drohungen der Vizepräsidentin gegen Präsident Marcos, die First Lady und den ehemaligen Parlamentspräsidenten Martin Romualdez stärken.
Senatorin Leila de Lima nannte die früheren Aussagen von Senior Agent John Mark Calilung wichtig. Sie hätten die Videoaufnahmen der Drohungen von Duterte authentifiziert. Lotoc werde diese Aussagen bestätigen.