Wirtschaft

EU-Militärs setzen weiterhin auf US-Waffen

Die Abhängigkeit der EU-Militärs von US-Waffen wurde erneut beim NATO-Gipfel im Juli in Ankara deutlich. US-Unternehmen sicherten sich lukrative Verträge. Europäische Regierungen wollen künftig eine größere Rolle bei der Produktion und Wartung von Raketen übernehmen.

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Symbolbild: Envato

Lockheed Martin und Rheinmetall vereinbarten, ATACMS-Raketen in Deutschland gemeinsam herzustellen. Dies ist ein Schritt zur Erhöhung der Bestände, ohne die USA zu verärgern. Langfristig strebt Europa jedoch größere Unabhängigkeit an.

Patriot-Luft- und Raketenabwehrsysteme zeigen die Abhängigkeit der europäischen NATO-Mitglieder von den USA. Diese Raketen werden seit Jahrzehnten in NATO-Ländern und jüngst zur Verteidigung strategisch wichtiger Ziele in der Ukraine eingesetzt.

Europäische Regierungen entwickeln mehrere Systeme, um die Abhängigkeit von den Patriot-Systemen zu verringern. Frankreich und Italien haben das SAMP/T NG-System geschaffen, um Bedrohungen in großer Höhe abzufangen. Die neue Generation soll dank zusätzlicher Sensoren ballistische Raketen erkennen können. Die ersten Einheiten sollen ab 2027 verfügbar sein.

Das IRIS-T-System, entwickelt vom deutschen Unternehmen Diehl, ist für die mittlere Reichweite gedacht. Es wird bereits in der Ukraine eingesetzt und hat eine Reichweite von 40 Kilometern und eine Höhe von 20 Kilometern. Die IRIS-T SLX, die ab 2029 verfügbar sein soll, wird eine Reichweite von 80 Kilometern und eine Höhe von 30 Kilometern haben.

Europäische Regierungen planen auch tiefe Präzisionsschläge hinter feindlichen Linien. Dabei setzen sie derzeit auf US-Systeme wie Tomahawk-Kreuzflugkörper. Die deutsche Regierung hat eine Absichtserklärung mit Washington über den Kauf von Tomahawk-Kreuzflugkörpern und bodengestützten Typhoon-Startsystemen abgeschlossen.

Der European Long-Range Strike Approach (ELSA) ist ein internationales Projekt, an dem sechs Regierungen beteiligt sind. Es soll ein konventionelles bodengestütztes Raketensystem entwickeln. Neben dem Euro Multi Missile Launcher werden mehrere hochkomplexe Marschflugkörper und kostengünstige Langstrecken-Drohnen entwickelt.

Wahre Unabhängigkeit auf dem Schlachtfeld wird voraussichtlich erst in den 2030er Jahren erreicht. Derzeit sind europäische Raketen auf US-Sensoren, Satellitenaufklärung und Befehlsstrukturen angewiesen, um Ziele zu identifizieren.

Im Russland-Ukraine-Krieg spielen Drohnen eine entscheidende Rolle. Das Projekt DECODER soll die EU-Militärs mit Drohnen und Gegenmaßnahmen ausstatten, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern.

Quellen