Erneuerbare Energien senken Stromkosten nicht, wenn Verbraucher eingeschränkt sind
Erneuerbare Energien allein senken die Stromkosten nicht automatisch, wenn Verbraucher nicht die Freiheit haben, ihre Stromanbieter frei zu wählen. Das betonte Jacqueline Castillo, Präsidentin und MECO.
Castillo sprach während der Podiumsdiskussion „Beyond Oil Volatility: Renewable Energy as the New Pillar of Energy Security“ auf der 3rd Solar and Energy Storage Future Philippines 2026 Konferenz in Manila. Sie erklärte, dass der Ausbau erneuerbarer Energien in den Philippinen von einer stärkeren Beteiligung der Verbraucher an den Einzelhandelsstromprogrammen begleitet werden muss, damit die Filipinos vollumfänglich von der Energiewende profitieren können.
Trotz der zunehmenden Anzahl erneuerbarer Energieprojekte bleiben viele Verbraucher an traditionelle Stromversorgungsvereinbarungen gebunden, die stark von Kohle- und Flüssigerdgas (LNG)-Verträgen beeinflusst werden. Ein Beispiel ist Meralco, dessen Versorgungsportfolio zu etwa 20 bis 25 Prozent aus Kohle und zu 50 bis 60 Prozent aus LNG besteht. Erneuerbare Energien machen nur etwa 10 Prozent des Portfolios aus.
Castillo erklärte, dass viele dieser Versorgungsverträge eine Laufzeit von 10 bis 15 Jahren haben. Daher erreichen die Auswirkungen neuer erneuerbarer Energieanlagen die gebundenen Kunden, die Strom von ihrem lokalen Verteilernetz kaufen müssen, nicht sofort. Dies wurde besonders deutlich, als die globalen Brennstoffpreise nach dem Russland-Ukraine-Konflikt stiegen.
Die Philippinen sind weiterhin stark von importierter Kohle und LNG abhängig, was die Verbraucher den Schwankungen der Brennstoffpreise und geopolitischen Risiken aussetzt, selbst wenn die Kapazität erneuerbarer Energien wächst. Castillo betonte, dass die einzige Lösung darin besteht, die Verbraucher zu Einzelhandelsprogrammen der Regierung zu bewegen. Andernfalls bleiben sie Preisnehmer, die den Strompreisen ihres Verteilernetzes ausgeliefert sind.
Einzelhandelsstromprogramme ermöglichen es qualifizierten Verbrauchern, ihren Stromanbieter zu wählen, anstatt den Strom ausschließlich über ihr lokales Versorgungsunternehmen zu beziehen. Diese Programme sollen den Wettbewerb fördern und den Kunden mehr Optionen für Preisgestaltung und Energiebeschaffung bieten. Trotz der Verfügbarkeit dieser Programme seit mehr als einem Jahrzehnt haben viele berechtigte Verbraucher noch nicht umgestellt.
Castillo führte dies auf mangelnde Bildung zurück. Sie erklärte, dass alle gewerblichen und industriellen Kunden derzeit berechtigt sind, zu einem Einzelhandelsanbieter zu wechseln, dies aber nicht tun. Zudem hat sich die Diskussion um die Energiebeschaffung in den letzten Jahren verändert. Während Unternehmen früher hauptsächlich darauf fokussierten, die niedrigsten Stromtarife zu sichern, legen sie nun größeren Wert auf die Zuverlässigkeit der Stromversorgung.
Castillo hob vier Prioritäten hervor, um die langfristige Energieversorgung zu unterstützen: schnellere Modernisierung des Stromnetzes, beschleunigte Entwicklung erneuerbarer Energieprojekte, stabilere und zukunftsorientierte Energiepolitiken sowie größere Verbrauchermacht durch Einzelhandelsstromprogramme. Sie wies auch darauf hin, dass viele Regierungsbehörden trotz der Existenz von Einzelhandelswettbewerbsprogrammen seit etwa 15 Jahren weiterhin gebundene Stromkunden bleiben.
Für Castillo erfordert der Energiewandel in den Philippinen mehr als nur den Bau zusätzlicher erneuerbarer Kraftwerke. Die Kostenfrage betreffe nicht nur einen Sektor, sondern die gesamte Wertschöpfungskette.