Erdbeben in Venezuela: Todesopferzahl uebersteigt 4.300
Die Zahl der Todesopfer bei den schweren Erdbeben in Venezuela im letzten Monat hat 4.300 uebertroffen. Das sagte ein hochrangiger Politiker am Samstag.
Nationalversammlung-Präsident Jorge Rodriguez nannte die Zahl 4.333. Das sind 215 mehr als am Freitag. Am 24. Juni hatten die Erdbeben der Staerke 7,2 und 7,5 Caracas und den Küstenstaat La Guaira getroffen.
Die Erdbeben zerstörten ganze Hochhäuser. Sie wurden zu Schuttbergen. Mehr als 19.000 Menschen leben derzeit in Notunterkünften. Diese wurden in Stadien, Plätzen und auf Gehwegen errichtet.
Venezolanische und ausländische Freiwillige versorgen die Betroffenen mit medizinischer Hilfe. Sie verteilen Nahrungsmittel in Zelten, die in offenen Bereichen aufgestellt wurden.
Rodriguez nannte keine Zahl der Vermissten. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 50.000 Menschen noch vermisst werden.
Die Regierung will die Suche nach Leichen nicht einstellen. Familien fürchten, dass der Schutt ohne Rücksicht auf Verluste beseitigt wird.
Die Regierung schätzt, dass etwa 25.000 Wohnungen benötigt werden. Sie will in den kommenden Tagen einige Wohnungen zur Verfügung stellen. Diese waren vor dem Erdbeben im Bau.
Rodriguez nannte die Notwendigkeit, mehr Wohnungen zu bauen. Er nannte auch die Bereitstellung von Mietzuschüssen und Krediten für den Kauf von Immobilien.
Die Regierung hat mehr als 40 Grundstücke in La Guaira für den Bau neuer Wohnungen bereitgestellt. Diese Grundstücke umfassen etwa 584.000 Quadratmeter.
Die Grundstücke liegen auf sicheren Ebenen. Sie liegen fern von der Küstenregion. Dort wurden Hunderte von Gebäuden beschädigt. Mehr als 180 Gebäude sind vollständig eingestürzt.
Interimspräsidentin Delcy Rodriguez bat in dieser Woche König Charles III. um die Freigabe der Goldreserven Venezuelas. Diese werden derzeit bei der Bank of England gehalten.