Politik

Duterte-Familie nutzt Romanovs in politischer Debatte

Die Romanov-Dynastie, die Russland über mehr als drei Jahrhunderte regierte, taucht in der philippinischen Politik immer wieder auf. Mitglieder der Duterte-Familie nutzen sie für verschiedene Zwecke.

Three Filipino kids riding down a rural dirt road
Symbolbild: Envato

Die Romanovs dienen dabei als Warnung an politische Gegner. Gleichzeitig beanspruchen die Dutertes für sich selbst das Opfersein. Diese widersprüchliche Nutzung ist auffällig.

Im Januar 2024 griff Bürgermeister Baste Duterte von Davao City die Romanovs auf. Er kritisierte Präsident Ferdinand Marcos Jr. bei einer Kerzenlicht-Gebetsversammlung nach dem Hakbang ng Maisug in Davao City.

Duterte forderte Marcos auf, über den Sturz der Romanovs und das Schicksal zweier Diktatoren nachzudenken. Er nannte Mussolini und die Ereignisse von 1986. Duterte wollte Marcos warnen, dass Herrscher ohne öffentliche Unterstützung ein ähnliches Schicksal erleiden könnten.

Zwei Jahre später tauchten die Romanovs erneut auf. Diesmal im Zusammenhang mit einer angeblichen Verschwörung während des Amtsenthebungsverfahrens gegen Vizepräsidentin Sara Duterte.

Der Anwalt Mark Vinluan behauptete, dass die Online-Aussagen von Sara Duterte gegen die Marcos-Familie eine Reaktion auf eine Bedrohung waren. Sie habe gedroht, Marcos Jr., First Lady Liza Araneta-Marcos und den damaligen Parlamentspräsidenten Martin Romualdez töten zu lassen.

Die Aussagen wurden zur Grundlage einer der Amtsenthebungsanklagen gegen Sara Duterte. Vinluan sagte, die Dutertes seien bedroht worden. Ihre Reaktion sei ungewöhnlich, aber gerechtfertigt gewesen.

Die Verteidigung konnte keine Beweise für eine solche Bedrohung vorlegen. Staatsanwalt Bel Zamora wies die Behauptung zurück. Er nannte die angebliche Verschwörung eine Erfindung.

Die Romanov-Dynastie begann im frühen 17. Jahrhundert mit Mikhail Romanov. Er wurde Zar nach einer Hungersnot, einer fremden Invasion und politischen Unruhen in Russland.

Die Dynastie regierte über drei Jahrhunderte. Sie expandierte Russland zu einem großen Reich unter einer autokratischen Monarchie. Als Nicholas II 1894 der letzte Zar wurde, stand Russland vor wachsender Unruhe.

Nicholas II galt als schwacher Führer. Armut, Ungleichheit und militärische Rückschläge schwächten die Monarchie. 1917 zwangen Proteste und Streiks Nicholas II zum Rücktritt.

Nach der Machtübernahme der Bolschewiki wurden Nicholas II, seine Frau Alexandra, ihre fünf Kinder und Bedienstete gefangen gehalten. Sie wurden an verschiedenen Orten hin- und herbewegt und schließlich am 17. Juli 1918 in Jekaterinburg hingerichtet.

Quellen