Politik

Diskussionen über Social-Media-Beschränkungen für Minderjährige nach Schusswaffenangriff in Tacloban

Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff an einer Schule in Tacloban City sind Diskussionen darüber aufgeflammt, ob die Philippinen Beschränkungen für die Nutzung von Social Media durch Minderjährige einführen sollten.

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Symbolbild: Envato

Unter anderem prüfen Ermittler, ob gewaltverherrlichende Videospiele die beiden minderjährigen Verdächtigen beeinflusst haben könnten.

Der Malacañang-Palast zeigte sich offen für Vorschläge, Apps mit gewalttätigen Inhalten für Minderjährige zu verbieten.

Senatspräsident Sherwin Gatchalian unterstützte Initiativen, die den Zugang von Minderjährigen unter 16 Jahren zu Social Media verbieten wollen.

Gatchalian betonte, dass viele Jugendliche süchtig nach Social Media und gewalttätigen Spielen seien. Zahlreiche Studien zeigten, dass dies ihre geistige Gesundheit beeinträchtige.

Eine Senatsanhörung zum Schusswaffenangriff in Tacloban ist für den 1. Juli geplant. Sie wird vom Senatsausschuss für Frauen, Kinder, Familienbeziehungen und Geschlechtergleichstellung unter Vorsitz von Risa Hontiveros geleitet.

Hontiveros erklärte, dass die Anhörung untersuchen soll, ob Online-Plattformen eine Rolle bei der Verbreitung gewalttätiger Ideen spielen. Sie nannte diese Plattformen Brutstätten für Gruppen, die Kinder indoktrinieren und radikalisieren.

Bereits vor dem Schusswaffenangriff in Tacloban gab es Forderungen, den Zugang von Minderjährigen zu Social Media zu beschränken.

Im April wurde der Gesetzesentwurf 2066, das Social Media Safety for Children Bill, eingereicht. Dieser Vorschlag verbietet Kindern unter 16 Jahren die Führung von Social-Media-Accounts und verlangt von Plattformen, Altersverifizierungsmechanismen zu implementieren.

Am 27. Juni forderte das Department of Information and Communications Technology den Kongress auf, bis Ende 2026 ein Digital Safety Law zu verabschieden. Dazu gehört auch die Festlegung eines Mindestalters von 16 Jahren für den Zugang zu Social Media.

Der Council for the Welfare of Children lehnt ein vollständiges Verbot ab. Er bezeichnete es als unüberlegt und nicht kindergerecht.

Der Soziologe Ferdinand Sanchez II argumentierte, dass ein Verbot für Minderjährige unpraktisch sei und keine langfristige Lösung darstelle. Er wies darauf hin, dass digitale Gefahren auch für Jugendliche über 17 Jahren bestehen.

Sanchez betonte, dass ein Verbot die Kinder zu unregulierten Plattformen treiben könnte, wo sie größeren Risiken ausgesetzt seien.

Die Verbraucherschutzgruppe CitizenWatch Philippines warnte ebenfalls davor, dass Jugendliche sich an schwer überwachbare Kanäle anpassen könnten.

Sanchez hob auch die Gefahr hervor, dass ein Verbot die Rechte der Kinder auf demokratische Teilhabe und Zugang zu Informationen verletzen könnte. Zudem gab er Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes bei der Altersverifizierung an.

Quellen