China beansprucht Batanes als Teil von Taiwan
Ein Symposium in Guangzhou hat die philippinische Provinz Batanes ins Zentrum einer neuen Debatte über Geschichte, Geografie und Souveränität gerückt. Chinesische Wissenschaftler behaupteten, die Inseln gehörten zu Taiwan und damit zu China.
Die Behauptung wurde auf einem Symposium am 30. Juni an der Jinan-Universität in Guangzhou aufgestellt. Philippinische Historiker und Beamte widersprachen den Wissenschaftlern. Sie bestreiten die Interpretation von Geografie, dynastischer Verwaltung, kulturellen Verbindungen und Nachkriegsverträgen.
Beijing betrachtet Taiwan als Teil Chinas. Die meisten Länder, darunter die Vereinigten Staaten, erkennen Taiwan nicht als unabhängigen Staat an. Washington lehnt jedoch jede Versuche ab, die selbstverwaltete Insel mit Gewalt zu übernehmen. Die USA sind verpflichtet, Taiwan mit Waffen zu versorgen.
Beijing hat die Position der Wissenschaftler zu Batanes nicht offiziell übernommen. Die Diskussion hat jedoch in Manila Besorgnis ausgelöst. Die philippinische Regierung fürchtet, dass die akademische Debatte genutzt werden könnte, um eine breitere Erzählung über die Inseln zu formen. Diese liegen nahe einer wichtigen Wasserstraße zwischen dem Südchinesischen Meer und dem Pazifik.
Das Symposium in Guangzhou fand als Reaktion auf eine gemeinsame Erklärung der Philippinen und Japans statt. Am 28. Mai hatten die beiden Länder vereinbart, ihre ausschließlichen Wirtschaftszonen und Kontinentalschelfe zu verhandeln. Dazu gehören auch Gebiete östlich von Taiwan, die von Festlandchina beansprucht werden.
Die Teilnehmer des Symposiums in Guangzhou erklärten, die Philippinen-Japan-Vereinbarung verletze die Souveränität Chinas. Sie behaupteten, die Batanes-Inseln gehörten zu China.