Gesellschaft

Bodenabbau bedroht die Nahrungsmittelproduktion auf den Philippinen

Bodenabbau stellt eine erhebliche Bedrohung für die Nahrungsmittelproduktion auf den Philippinen dar. Die Pflanze ipil-ipil, wissenschaftlicher Name Leucaena leucocephala, war in ländlichen Gemeinden beliebt. Ihre Samen enthalten das Alkaloid Mimosin und wurden traditionell zur Bekämpfung von Darmparasiten wie Spulwürmern und Peitschenwürmern bei Kindern genutzt.

Aerial shot of the Cuayan Bugtong church in Candaba, Pampanga, Philippines
Symbolbild: Envato

Die Pflanze wurde im späten 16. Jahrhundert durch den Manila-Acapulco-Galeonenhandel von spanischen Entdeckern in das Land gebracht. Sie wurde zunächst als Futter für Vieh und als Brennholz eingeführt. Später passte sich die Pflanze an die lokale Umgebung an und verbreitete sich im ganzen Land.

In den 1970er und 1980er Jahren wurden schnell wachsende „Riesen“-Sorten aus Zentralamerika eingeführt. Diese wurden als „Wunderbaum“ für Aufforstung, Bodenverbesserung und Tierfutter beworben. Die Pflanze spielte auch eine zentrale Rolle in der Sloping Agricultural Land Technology (SALT). Diese Methode wurde von Rev. Harold R. Watson in den späten 1970er Jahren eingeführt.

SALT ist eine nachhaltige Landwirtschaftstechnik für Hügelland. Sie nutzt ipil-ipil zur Kontrolle von Bodenabbau. Die Pflanze wird auch als „grüner Dünger“ für Feldfrüchte und als Futter für Ziegen verwendet.

Rev. Harold Ray Watson, ein amerikanischer Missionar aus Mississippi, kam in den späten 1960er Jahren auf die Philippinen. Er war ein ausgebildeter Agrarwissenschaftler und wurde als Landwirtschaftslehrer am Southern Baptist College in Mlang, North Cotabato, eingesetzt. Watson wollte jedoch mehr erreichen als nur unterrichten.

Er wurde Direktor des Mindanao Baptist Rural Life Center (MBRLC). Diese Organisation ist eine registrierte gemeinnützige und nichtstaatliche Organisation. Sie soll das Wohlbefinden der Menschen verbessern, sowohl körperlich als auch geistlich.

Viele Bauern, die das Zentrum besuchten, berichteten von sinkenden Erträgen, trotz der Verwendung zertifizierter Samen und kommerzieller Düngemittel. Watson und seine Kollegen stellten fest, dass der Hauptgrund für die sinkenden Erträge der Abbau der oberen Bodenschicht war. Diese ist entscheidend für eine erfolgreiche Landwirtschaft.

Watson und seine Kollegen suchten nach einer Lösung. Sie bemerkten, dass die Reisterrassen von Banaue über die Zeit erhalten geblieben sind. Diese Terrassen wurden aus steilem, abschüssigem Land in eine Reihe von flachen, stufenförmigen Ebenen umgewandelt. Diese Bauweise reduziert den Wasserabfluss und ermöglicht es dem Regenwasser, in den Boden einzudringen, anstatt wertvollen Boden und Nährstoffe den Berg hinunter zu spülen.

Watson schlug vor, „lebende Gürtel“ aus ipil-ipil anstelle von Steinen zu verwenden, um den Bodenabbau zu verhindern. Er entwickelte die Idee, zwei Hecken aus ipil-ipil entlang der Terrassen zu pflanzen. So kann der Abbau, der an der ersten Hecke auftritt, durch die zweite Hecke gemildert werden.

Wenn die Landwirtschaft fortbestehen soll, muss der Bodenabbau eingedämmt werden. Boden, insbesondere die obere Bodenschicht, ist die wichtigste Ressource für die Nahrungsmittelproduktion.

Quellen