Gesellschaft

Bananenfasern schaffen neue Perspektiven für Frauen in Haft

In der CIW in Sto. Tomas, Davao del Norte, erlebten die Frauen einen besonderen Moment. Am 2. Juni 2026 besuchten bekannte Gesichter aus der Modewelt die Einrichtung. Diese Gesichter hatten die Frauen zuvor nur aus Fotos und Videos von internationalen Modenschauen in New York, Paris, Milan und Bangkok gekannt.

Filipino fisherman navigating the waters of siargao island, philippines
Symbolbild: Envato

Die Delegation, darunter Cindy Mac, Direktorin von House of Musa USA, und der Künstler Marconi Calindas, hatte zuvor an der New York Fashion Week, LA Fashion Week, Davao del Norte Fashion Week und der Thailand Fashion Week teilgenommen. Sie wollten die Frauen persönlich treffen, deren handgewebte Musa-Fabriken auf den internationalen Laufstegen präsentiert wurden.

Die Besucher wurden mit Liedern, Tänzen und warmem Applaus empfangen. House of Musa-Gründerin Joy Soo bedankte sich bei der Delegation und wandte sich dann an die Weberinnen. Sie betonte, dass die Frauen durch ihre Arbeit weltweit Anerkennung gefunden hätten.

Für die Frauen war der Besuch eine Bestätigung ihrer Arbeit. Sie hatten stets gewusst, dass ihre Handarbeit weit über die Gefängnismauern hinaus gereicht hatte. Die Weberinnen hatten aus den Fasern der Bananenpseudostämme wertvolle Stoffe gefertigt.

Die Fasern stammen von den Pseudostämmen der Bananenpflanze. Diese Stämme werden nach der Ernte entfernt und dienen als Rohstoff für die Musa-Fabriken. Die Frauen in der CIW haben durch ihre Arbeit nicht nur ein Einkommen, sondern auch Würde und ein Gefühl der Zugehörigkeit gewonnen.

Princess, eine der Weberinnen, deren Name aus Sicherheitsgründen geändert wurde, berichtete, dass das Weben ihr eine neue Perspektive gegeben habe. Sie habe durch ihre Arbeit ein Einkommen und eine Quelle für finanzielle Mittel gefunden. Nach zwei Jahren Weben wechselte sie in die Mindest-Sicherheits-Einheit der CIW und arbeitet nun bei Tadeco.

Die Arbeit mit den Bananenfasern ist aufwendig. Die Fasern sind natürlich grob und ungleichmäßig. Jeder Faden erfordert Geduld und Präzision, bevor er zu einem handgewebten Stoff wird. Für Princess war die Belohnung jedoch nicht die Schwierigkeit der Arbeit, sondern die Würde, die sie durch ein ehrliches Einkommen erlangte.

Tess, eine der Pionierinnen des Projekts, berichtete, dass die Arbeit mit den Bananenfasern ihr Leben verändert habe. Sie habe nie erwartet, dass ihre Handarbeit auf internationalen Laufstegen präsentiert würde. Die Frauen in der CIW haben durch ihre Arbeit nicht nur ein Einkommen, sondern auch ein Gefühl der Zugehörigkeit und Würde gewonnen.

Quellen