Ateneo de Manila University steht unter doppelter Untersuchung
Die Ateneo de Manila University steht unter doppelter Untersuchung. Zum einen geht es um den tödlichen Schusswaffenvorfall an einer Schule, zum anderen um den Arbeitsstatus von Thomas Anthony Baldwin.
Das Justizministerium wird entscheiden, ob auch Studentenmanager und Balljungen in die Anklagen wegen Misshandlung aufgenommen werden, die gegen das Trainerteam der Männerbasketballmannschaft der Ateneo de Manila University empfohlen wurden. Das erklärte Innenminister Jonvic Remulla am Montag.
Die Philippine National Police-Criminal Investigation and Detection Group empfahl, Anklagen nach dem Anti-Hazing-Gesetz zu erheben. Hintergrund sind die Ertrinkungstode der Studentenathleten Rene Baterbonia und Divine Adili während eines Team-Building-Camps in Dipaculao, Aurora, am 8. Juni.
Remulla betonte, dass die Ermittler empfahlen, alle Anwesenden anzuklagen. Staatsanwälte könnten jedoch bestimmte Personen von der endgültigen Liste der Angeklagten streichen oder sie als Zeugen der Staatsanwaltschaft behandeln.
Remulla erklärte, dass die Priorität darin bestehe, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die die Misshandlungen geplant und absichtlich den Studentenathleten zugefügt hätten. Nach dem Anti-Hazing-Gesetz sei die bloße Anwesenheit einer Person während einer Misshandlungshandlung ein Beweis für die Teilnahme als Haupttäter.
Remulla klärte jedoch, dass keine weiteren Studentenathleten, die am Trainingscamp teilnahmen, zur Anklage empfohlen wurden. Sie wurden stattdessen als Opfer von gewalttätigem Training eingestuft.
Das Innenministerium forderte das Justizministerium auf, mögliche Haftungsansprüche gegen die Verwaltungsbeamten der Ateneo de Manila University zu prüfen. Diese hätten die rechtliche Verpflichtung, für die Sicherheit der Schüler zu sorgen.
Die Strafanzeige der PNP-CIDG richtet sich gegen den ehemaligen Cheftrainer Thomas Anthony Baldwin, die Fitnesstrainer Grant Dearns und Caesar Vincent Elumba sowie die Assistenztrainer Dean Caesar Castaño, Sandro Nicholas Soriano und Reynaldo Jacinto Jr.
Auch die Studentenmanager Paolo Manuel Adevoso und Andrew Lorenzo Salud, der Physiotherapeut John Eric Rueca sowie die Mitarbeiter Aris Pronce und Joel Rapa sind in die Ermittlungen involviert.
Parallel dazu läuft eine Untersuchung zum rechtlichen Status von Baldwin. Bei einer Konferenz des Arbeitsministeriums am Montag räumte Baldwin ein, dass er seit Beginn seiner Arbeit in den Philippinen vor 13 Jahren nie eine Arbeitsgenehmigung für Ausländer besessen habe. Er und seine Rechtsberater argumentierten, dass sein Daueraufenthaltsvisum ihn von der Genehmigungspflicht befreie.
Arbeitsunterlagen, die von Unterstaatssekretär Gerard Mosquera vorgelesen wurden, widersprachen dieser Behauptung. Sie bestätigten, dass Baldwin weder eine Arbeitsgenehmigung noch ein Befreiungszertifikat besitze.
Nach dem philippinischen Arbeitsgesetz müssen alle ausländischen Staatsangehörigen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, eine gültige Arbeitsgenehmigung besitzen.
Arbeitsminister Francis N. Tolentino betonte, dass die Untersuchung zum Arbeitsstatus eine Eigeninitiative sei. Sie konzentriere sich ausschließlich auf die Einhaltung der Vorschriften und sei unabhängig von den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen.
Nach Baldwins Rücktritt am 15. Juni forderten Arbeitsbeamte die Universitätsverwaltung auf, zu einer Anhörung am 9. Juli zu erscheinen. Dort sollen frühere Arbeitsverträge überprüft und die Einstellungspraktiken der Universität geklärt werden.