Ankläger wollen Steuer- und Bankdaten von Sara Duterte im Amtsenthebungsverfahren
Ankläger im laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte wollen Zugang zu ihren Steuer- und Bankdaten. Sie wollen damit ähnlich vorgehen wie im Amtsenthebungsverfahren gegen den ehemaligen Obersten Richter Renato Corona im Jahr 2012.
Corona hatte damals eine Freigabe seiner Bankkonten unter der Bedingung erteilt, dass auch Abgeordnete entsprechende Freigaben erteilen. Er drohte, seine Verteidigung einzustellen, falls die Abgeordneten der Herausforderung nicht nachkämen. Dennoch wurden seine Steuerdaten geöffnet.
Die ehemalige Leiterin der Steuerbehörde, Kim Henares, erklärte, dass das National Internal Revenue Code vorsieht, dass Steuererklärungen, die beim Büro des Kommissars eingereicht werden, Teil der öffentlichen Akten sind. Sie können auf Anweisung des Präsidenten freigegeben werden.
Damals hatte Präsident Noynoy Aquino die Freigabe der vertraulichen Steuerdaten von Corona angeordnet. Henares hatte die Steuererklärungen von Corona und seiner Familie vorgelegt.
Das Verteidigungsteam von Duterte lehnt die Herausgabe von Steuer- und Bankdaten ab. Sie argumentieren, dass dies gegen das Steuerrecht verstößt. Nach dem Steuergesetz ist die Offenlegung von Steuerinformationen strafbar, es gibt jedoch Ausnahmen.
Anwälte betonen, dass es letztlich in der Hand des Präsidenten liegt, ob diese Daten als Beweise verwendet werden können. Die Steuerbehörde muss eine Genehmigung des Präsidenten einholen, um die Daten freizugeben.
Die Staatsanwaltschaft überlegt noch, ob sie den Präsidenten in dieser Phase einbeziehen soll. Sie will den Exekutivzweig nicht unnötig belasten. Bislang wurde kein formeller Antrag an Präsident Ferdinand Marcos Jr. gestellt.
Neben den Steuerdaten will die Anklage auch Bankdaten und Berichte des Anti-Geldwäsche-Rats einsehen. Diese Daten sind ebenfalls hoch vertraulich. Die Ankläger betonen, dass sie nur innerhalb der gesetzlichen Grenzen vorgehen wollen.
Die Senatoren-Richter sollen am Montag über die Herausgabe der Finanzdaten entscheiden. Für eine Entscheidung ist eine einfache Mehrheit der anwesenden Senatoren erforderlich. Mit 21 anwesenden Senatoren sind elf Stimmen nötig.
Die Anwälte von Duterte können die Herausgabe ihrer Finanzdaten vor dem Obersten Gericht anfechten. Sie haben das Recht, den Prozess zu hinterfragen. Das Oberste Gericht wird über die Herausgabe der Daten entscheiden.