Ankläger Luistro eröffnet Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Duterte
Am ersten Tag des Amtsenthebungsverfahrens gegen Vizepräsidentin Sara Duterte im Senat begann der Hauptankläger der Abgeordnetenkammer, Rep. Gerville Luistro, mit seiner Eröffnungserklärung.
Luistro sprach am 6. Juli 2026 im Senat. Er betonte, dass das Verfahren für alle Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sei. Viele Menschen fragten sich, wie das Verfahren ihr tägliches Leben betreffe.
Luistro nannte Beispiele aus dem Alltag. Ein Fahrer fragte, wie er mit seinem Einkommen seine Familie ernähren solle. Eine Übersee-Arbeiterin wollte wissen, wie lange sie noch im Ausland arbeiten müsse, um ihre Kinder zu unterstützen. Eine Lehrerin machte sich Sorgen, wie sie ihre Schulden mit ihrem Gehalt begleichen könne. Ein Arbeiter fragte, wie lange er noch in einem schlecht bezahlten Job ausharren müsse.
Luistro erklärte, dass das Verfahren nicht nur um politische Macht gehe. Es gehe darum, ob die Bürgerinnen und Bürger das Recht hätten, von ihren Führungskräften Rechenschaft zu fordern. Er verglich das Verfahren mit der Bestrafung von Angestellten, die Firmenmittel missbrauchen, oder von Barangay-Schatzmeistern, die Gelder veruntreuen.
Der Ankläger nannte vier Anklagepunkte: Veruntreuung von Geheimfonds, unerklärter Reichtum, Korruption und Bedrohung der verfassungsmäßigen Ordnung. Er betonte, dass diese Punkte zusammenhängen und eine Geschichte von Macht ohne Verantwortung erzählen.
Luistro kündigte an, dass die Anklage Beweise vorlegen werde. Dazu gehören offizielle Dokumente, Finanzberichte, Regierungsberichte, Videoaufnahmen, eidesstattliche Aussagen und unabhängige Gutachten. Er betonte, dass es sich um parteilose und unparteiische Beweise handele.
Die Anklage werde zeigen, dass mehr als 612 Millionen Peso an Geheimfonds des Vizepräsidentenamtes und des Bildungsministeriums unter fragwürdigen Umständen ausgegeben wurden. Luistro unterstrich, dass es sich um Geld der Bürgerinnen und Bürger handele, nicht um Staatsgelder.
Die Verfassung sehe vor, dass öffentliche Ämter ein öffentliches Vertrauen seien. Macht sei kein Besitz von Amtsträgern, sondern ein Leihgut des Volkes. Das Verfahren solle die Republik schützen, nicht politische Gegner bestrafen.
Die Anklage werde genau das vorlegen, was die Verfassung verlange: Beweise, keine Gerüchte oder Propaganda. Die Beweise seien parteilos und farblos. Die vier Anklagepunkte seien Kapitel einer Geschichte über Macht ohne Verantwortung und verratenes öffentliches Vertrauen.