Adiong kritisiert Verteidigung von Duterte im Amtsenthebungsverfahren
Ein Sprecher des Hausprosekutionspanels hat die Berufung auf die Meinungsfreiheit durch Vizepräsidentin Sara Duterte als Verteidigung gegen eine der schwerwiegendsten Anschuldigungen in ihrem Amtsenthebungsverfahren zurückgewiesen.
Lanao del Sur Rep. Zia Alonto Adiong erklärte, dass das juristische Team von Duterte einen großen Teil seiner Verteidigung auf verfahrenstechnische Einwände gestützt habe. Dazu gehöre die Behauptung, dass ihre umstrittenen Äußerungen gegen Präsident Ferdinand Marcos Jr. geschützte Rede gewesen seien. Stattdessen hätten sie die in den Amtsenthebungsartikeln enthaltenen Vorwürfe direkt angegangen.
Adiong betonte, dass die Meinungsfreiheit, obwohl sie in der Verfassung garantiert sei, nicht absolut sei. Er erklärte, dass alle Freiheiten auch einer gewissen Regulierung unterlägen. Man könne nicht einfach auf den Straßen jemanden beschuldigen, ohne die notwendigen Konsequenzen dieser Handlung zu tragen.
In ihrer 51-seitigen Antwort vor dem Senatsamtsenthebungsgericht beantragte Duterte die Abweisung der Amtsenthebungsbeschwerde. Sie argumentierte, dass ihre Aussagen gegen Marcos durch die verfassungsmäßige Garantie der Meinungsfreiheit geschützt seien.
Unter dem vierten Amtsenthebungsartikel werfen die Staatsanwälte Duterte vor, einen Auftragsmörder beauftragt zu haben, um Präsident Marcos, die First Lady Liza Araneta-Marcos und den damaligen Sprecher des Repräsentantenhauses Martin Romualdez zu töten. Dies sollte geschehen, falls ein angeblicher Plan gegen ihr Leben umgesetzt werde.
Adiong forderte den Senat auf, nicht nur Dutertes Aussagen, sondern auch deren Auswirkungen auf die angeblich bedrohten Personen zu bewerten. Er wies darauf hin, dass Duterte selbst die Ernsthaftigkeit ihrer Bemerkungen betont habe.
Der Abgeordnete erklärte, dass es letztlich an den 24 Senatoren-Richtern liege, zu entscheiden, ob die Aussagen Verrat an der öffentlichen Vertrauensstellung oder schwere Verbrechen darstellen. Beide sind nach der Verfassung Amtsenthebungsgründe.
Adiong betonte, dass gewählte Amtsträger eine größere Verantwortung bei der Wahl ihrer Worte tragen, da sie Einfluss ausüben. Er warnte davor, Drohungen von öffentlichen Amtsträgern als gewöhnliche politische Rede zu behandeln.
Neben der Bestreitung des Arguments der Meinungsfreiheit von Duterte stellte Adiong die allgemeine Richtung der rechtlichen Verteidigung der Vizepräsidentin in Frage. Er erklärte, dass die Staatsanwälte erwartet hätten, dass Dutertes Antwort die Vorwürfe direkt mit Beweisen herausfordern würde. Stattdessen habe sie sich weitgehend auf verfassungsrechtliche und verfahrenstechnische Einwände gestützt, um den Amtsenthebungsprozess für ungültig zu erklären.
Adiong hofft, dass das Lager von Duterte in seinem Vorverhandlungsbericht vor dem Senatsamtsenthebungsgericht spezifische Beweise vorlegt. Die Amtsenthebungsartikel werfen Duterte unter anderem vor, geheime Gelder missbraucht, unerklärten Reichtum angehäuft und Bestechung im Zusammenhang mit Beamten des Bildungsministeriums betrieben zu haben. Zudem wird ihr vorgeworfen, Morddrohungen gegen Präsident Marcos, die First Lady und Romualdez ausgesprochen zu haben.
Duterte hat die Vorwürfe zurückgewiesen und strebt die Abweisung des Amtsenthebungsverfahrens vor dem Prozess an.